Der Gemischte Chor Hirtscheid beim Kirchenkonzert des Chorverbands Westerwald in Kirburg. Foto: R. Schäfer.

Kirchenkonzert auf hohem Niveau in Kirburg

Hundertjähriges Bestehen des Chorverbands Westerwald wird mit Chorkonzerten gefeiert. Ein Kirchenkonzert war am 6. November in Kirburg.

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Raimund Schäfer aus dem Vorstand des Chorverbands Westerwald konnte zufrieden in die prallgefüllte Kirche zu Kirburg schauen – die war sozusagen ausverkauft. Zusammen mit anderen Vorstandsmitgliedern hatte er das Kirchenkonzert organisiert. Dies stellt in diesen Zeiten sicherlich eine Herausforderung dar, jedoch ging das Konzert problemlos über die Bühne, fachkundig moderiert von Mario Siry. Er genießt in Chorkreisen den allerbesten Ruf.

Und die Chöre und Ensembles begeisterten das Publikum mit abwechslungsreichem Repertoire und Chormusik auf hohem Niveau. Mit dabei waren die Chorgemeinschaft Cäcilia – St. Katharina Niedererbach, musikalische Leitung Wolfgang Tüncher; der Chor ‚Chorespondenz‘ Fehl-Ritzhausen mit Marcin Murawski, die Chorgemeinschaft KiMöNo – Kirburg-Mörlen-Norken – die musikalische Leitung hat Andreas Risse – , der gemischte Chor Hirtscheid und die ‚Klanghäppchen aus Hirtscheid, beide geleitet von Edda Sevenich, sowie das ‚LiChörchen‘ aus Westerburg. Zu Letzterem ist anzumerken, dass dieses gemischte Ensemble ohne Chorleitung auftritt, da die Mitglieder selbst über langjährige Chor-, Band- oder Dirigentenerfahrung verfügen. Jedes Mitglied bringt sich mit seinen Fähigkeiten ein, die Stücke werden aufgeteilt und nur über Blickkontakt geführt.

Die Qualität dieses Konzerts kann nur insgesamt betrachtet werden. Chöre einzeln hervorzuheben, würde dem Ganzen nicht gerecht. Denn gerade in der Musik ist ja bekanntlich alles Geschmackssache. Dem Chorverband Westerwald gelang es mit dem Kirchenkonzert indes, die große Vielfalt der Chormusik abzubilden – von weltlich bis sakral.

Wem der moderne Stil eher zuspricht, konnte Songs aus den Pop-Hitparaden hören. So zum Beispiel mit ‚The Rose‘ einen Hit von Bette Middler, mit ‚Shallow‘ einen Welthit, im Original von Lady Gaga und Bradley Cooper gesungen, oder mit ‚Music‘ ein echtes Rock-Opus von John Miles. Und natürlich durfte hier auch Leonard Cohens weltberühmtes ‚Hallelujah‘ nicht fehlen.

Der große Reiz des Kirchenkonzerts lag gerade in den ständig wechselnden Stilrichtungen. Diese zeigten sich in den Interpretationen wie dem ‚Trommellied‘, ‚Bleib bei uns Herr‘, ‚Höre mein Rufen‘, einem ‚Kyrie‘ und dem Friedenslied ‚Da pacem domine‘. Mal leicht und beschwingt, dann aber auch wieder sakral angehaucht, fanden die Chöre ein begeistertes Publikum. Die altehrwürdige Kirche in Kirburg bekommt nicht alle Tage solche Jubelarien zu hören, die nach jedem Lied aufbrausen.

Als am Ende des Kirchenkonzerts Pfarrer Rüdiger Stein das Friedensgebet sprach und die Besucher segnete, war der emotionale Abschluss eines herausragenden Konzerts gefunden. Allenthalben wurde Pfarrer Stein für sein großes Engagement beim Zustandekommen des Konzerts gelobt. Dieser lud diejenigen, die noch nicht gleich nach Hause gehen wollten, ins nahegelegenen Pfarrheim zu einem Plausch mit gekühlten Getränken ein.

Raimund Schäfer zeigte sich nach Abschluss des Konzerts sehr zufrieden: „Mit dieser Resonanz konnten wir vom Chorverband nicht unbedingt rechnen. Das zeigt aber das große Engagement der Mitglieder, die Chormusik aktiv zu präsentieren und zu bewerben. Es hat auch ein Umdenken stattgefunden. Vermehrt fließen jetzt auch moderne Elemente in die Chormusik ein. So werden auch junge Menschen gewonnen, die Freude am Singen haben.“ Der Erlös des Konzerts durch den Verkauf von Eintrittskarten werde einer gemeinnützigen Institution zugeleitet, die damit Gutes bewirken kann, so Schäfer.

Das nächste große chormusikalische Event des Chorverbands Westerwald wird die zweite Auflage des Westerwälder Chorfestes, am 17. Juni 2023, im Stöffelpark Enspel sein. Auch hier wird die große musikalische Vielfalt der Chorlandschaft erneut eindrucksvoll präsentiert.

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