Der Männerchor Bachem mit Solistin Heike Kettel vor der Kapelle St. Anna. Foto: U. Höllger

Ein Jubiläums-Chorkonzert für die Kapelle St. Anna in Bachem

Der Männerchor Bachem gratulierte zum 100. Geburtstag der St.-Anna-Kapelle mit einem Chorkonzert vor vollem Haus.

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Die St.-Anna-Kapelle im Winzerdorf Bachem wurde in diesem Jahr ein Jahrhundert alt – ein Anlass, den der Männerchor Bachem im Rahmen der Konzertreihe des Kapellenvereins würdig beging. Unter dem Motto ‚Und wieder bringt ein Tag für uns ein Licht‘ widmeten die rund 30 Sänger dem Wahrzeichen ihres Heimatortes ein Chorkonzert, auf das sie sich über Wochen intensiv vorbereitet hatten. Am letzten Sonntag im Juli war die Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt.

Noch bevor Reinhold Kurth, der Vorsitzende des Kapellenvereins, die Gäste begrüßte, eröffnete der Chor unter der Leitung von Chordirektor Hans-Albert Jahn mit Ernst Hansens ‚Heimat‘ das Programm. Es folgten zwei weitere Werke, mit denen der Männerchor seine Verbundenheit mit dem Ort Bachem eindrucksvoll zum Ausdruck brachte – Bernhard Webers ‚Im Dorf, da geht die Glocke schon‘ und ‚Der Wandrer‘ von Gerd Sorg.

Mit Georg Friedrich Händels ‚Dank sei Dir, Herr‘, gemeinsam mit der Sopranistin Heike Kettel gesungen, erklang die erste Premiere des Abends. Für die sensible Abstimmung zwischen Chor und Solistin gab das Publikum spontanen, kräftigen Applaus.

Sänger Wolfgang Eschner, der mit einer stimmigen Mischung aus heiteren Anekdoten und fachlicher Souveränität durch das Programm führte, nutzt den Moment, um zu den ‚Jungs mit der Mundharmonika‘ überzuleiten. Schon beinahe traditionell bringen die fünf Chormitglieder, mit Klassikern und Evergreens wie ‚Butterfly‘ von Danyel Gérard, das Publikum zum Mitsummen. Ihr Auftritt traf sowohl dessen Geschmack als auch offenbar den des Beigeordneten Hans-Jürgen Juchem, der sich in seinen anschließenden Dankesworten nochmals besonders lobend äußerte.

Unter dem eindrucksvollen Faltengewölbe der Kapelle begann der dritte Teil des Konzertes mit Spirituals. Den Auftakt machte der Chor mit ‚Kumbaya‘ in einem Satz von Fritz Greis – ein musikalischer Ruf nach göttlichem Beistand. Inhaltlich stimmig schloss sich mit ‚Down by the Riverside‘, einem Spiritual im Chorsatz von Hans Weiß-Steinberg, eine weitere Premiere an. Mit seiner Liedzeile ‚I ain’t gonna study war no more‘ ruft es dazu auf, den Krieg nicht mehr zu studieren. Mit dem bekannten ‚All Night, All Day‘ im Arrangement von Kunibert Koch endete dieser thematisch geschlossene Block.

Das Duett von Heike Kettel und Hans-Albert Jahn mit ‚Somewhere‘ aus Leonard Bernsteins ‚West Side Story‘ leitete in den Schlussteil des sehr kurzweiligen Konzertabends ein. Es folgten drei eher sakrale Chorwerke und mit ‚Maria Lassu‘ eine weitere Premiere des Männerchors. Den italienischen Text und die eindrucksvollen Dynamiken des Stücks, komponiert vom in seiner Heimat hochgeschätzten Bepi de Marzi, sang der Chor mit großer Souveränität. Mit ‚Wenn ich ein Glöcklein wär‘ von Franz Xaver Engelhart erinnerten die Sänger an den hellen Klang der Glocke von St. Anna – ein Bild, das durch den fließenden, schwingenden Rhythmus des Chorstücks lebendig wurde. Zum Abschluss dieses Abschnitts sang der Chor mit ‚Weiß ich den Weg auch nicht‘ ein Werk von Vizechorleiter Gerhard Augustin, das er selbst dirigierte.

Mit Franz Schuberts ‚Im Abendrot‘ ging ein sehr harmonisches Chorkonzert unter dem lange anhaltenden Applaus eines begeisterten Publikums zu Ende.

Ein weiterer Termin für Musikfreunde: Am 10. August singt der Männerchor Bachem gemeinsam mit dem Vokalensemble belCanto aus der Grafschaft in der Kirche St. Martin in Holzweiler. Weitere Informationen, auch zu diesem Chor, sind unter https://mc-bachem1904.de zu erfahren.

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