Altes bewahren – Neues wagen

Die Zwangspause bietet die Chance, das Tun zu überdenken und Neues zu lernen. Denn ist nicht auch bei den Chören einiges liegen geblieben?

Teilen:

Stadthallen, Dorfgemeinschaftshäuser, Restaurants und Gaststätten, die ihre Räume für Vokal- und Instrumentalensembles zur Verfügung stellen, sind geschlossen. Viele dieser Einrichtungen nutzen die Zeit während der weltweiten Epidemie, um Renovierungsarbeiten durchzuführen. Ist nicht auch bei den Chören einiges liegen geblieben? Ist zum Beispiel die Notenbibliothek in einem aktuellen und praktikablen Zustand – oder wäre es nicht an der Zeit, eine neue und erweiterte Systematik, z. B. ein Computerprogramm, einzuführen oder ein Update? Wie sieht die finanzielle Seite des Chors aus? Wäre es sinnvoll, regelmäßig Informationsbriefe an die Mitglieder zu senden? Wie sollte die musikalische Arbeit des Chores in Zukunft aussehen? Wie kann sich ein Chor mit künstlerischem Anspruch neu präsentieren? Gespräche mit den musikalischen Leitern darüber sind von Nöten. Überlegungen, wen man künftig für das Vereinsleben hinzu gewinnen könnte, sollten nicht „auf die lange Bank“ geschoben werden.

„Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust, die eine will sich von der andern trennen: Die eine hält in derber Liebeslust sich an die Welt mit klammernden Organen; die andre hebt gewaltsam sich vom Dust zu den Gefilden hoher Ahnen“, so lässt Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) seinen Doktor Faust philosophieren. Und wie wahr ist dieser Ausspruch, wie wir es doch selbst oft zu spüren bekommen: das Gefühl einer inneren Zerrissenheit, die zwischen dem einen und dem anderen zu wählen hat, beides in Abwägung zueinander bringt und letztlich zu einem dramatischen Ringen um eine rechte oder gar unrechte Entscheidung drängt.

In unserer Gesellschaft erleben wir eine breite Spanne, die dieses Suchen und Ringen aufzeigt. Es beginnt schon im Umgang mit den Beschränkungen aufgrund der weltweiten Epidemie. Der Kopf versteht, warum es diese strikten Auflagen gibt, jedoch sehnt sich das Herz nach Normalität, so dass man hier und da schnell den Pfad der Vernunft verlässt und leichtsinnig ein Wagnis eingeht.

Es besteht jetzt aber – bedingt durch die Pandemie und ein damit verbundenes zwangsläufiges Innehalten – die Chance, das eigene (Nicht-)Tun zu überdenken. Gelingt es uns mit Ideen und „umtriebiger Erneuerung“ diese Zeit sinnvoll zu nutzen, könnte unsere Arbeit in der kommenden Zeit an Attraktivität gewinnen.

Kontaktdaten

Top Themen

SILA Award 2026: Jetzt kulturelles Engagement würdigen

Bis zum 31. März herausragende Chöre, Persönlichkeiten und Institutionen aus Rheinland-Pfalz nominieren und die Chorkultur sichtbar machen.

Chorverband Rheinland-Pfalz sucht Volunteer für Ricki

Ricki ist das Magazin für die Chorjugend in Rheinland-Pfalz. Der Chorverband sucht eine engagierte Person für die redaktionelle Mitarbeit.

Die Zukunft der Kinderchorarbeit

Chorverbände in Rheinland-Pfalz starten gemeinsame Ausbildungsoffensive. Weitere Anmeldungen sind noch möglich. Start ist am 24. Januar.

Chorleica-Ausbildung 2026 startet in Frankfurt

Choraktive von 16 bis 26 Jahren können sich für die kostenfreie Chorleica-Ausbildung zum Erwerb von Grundlagen für die Unterstützung in der Chorarbeit anmelden.

Überzeugendes Konzert des Männerchors Koblenz-Horchheim

Der Männerchor Koblenz-Horchheim präsentierte ein herausragendes Chor- und Solistenkonzert mit romantischen Werken und moderner Literatur.

Chorazón gestaltet Dankgottesdienst in Vallendar

In der Pilgerkirche Schönstatt wirkte der Chorazón bei einem festlichen Dankgottesdienst zum Priesterjubiläum und Geburtstag von Pater Elmar Busse mit.

Landtagswahl 2026: Chorverband fordert verlässliche Förderung der Amateurkultur

Der Chorverband Rheinland-Pfalz hat den Parteien ein Forderungspapier zur Stärkung der Amateurmusik und des ehrenamtlichen Engagements im Kulturbereich übermittelt.