Der Frauenchor Vocal Voices aus Wintrich. Foto: Bettina Steinkämper

Singen macht Spaß!

Eine Erzählung aus Zeiten, in denen alles komplizierter ist, von der großen Sehnsucht im Chor zu singen und davon, wie Chorsingen verbindet.

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Es war einmal…

Es war einmal eine Sängerin, die just zu der Zeit Urlaub geplant hatte, als ihr Chor den heißersehnt geplanten Workshop mit dem jungen, talentierten, hochgewachsenen Coach… verschob. Versprach doch der Workshop produktiv und lustig zu werden. Und er würde in jedem Fall die Chorgemeinschaft stärken. Am selben Abend sollte dann noch das Sommerfest der Passionsgemeinschaft Wintrich stattfinden, deren Teil die Vocal Voices sind. Zu diesem wurden extra neugeschriebene Liedtexte einstudiert. Alle Sängerinnen waren bereits aufgeregt und gespannt wie der ‚Pfeil auf Barbaras Bogen‘ – Chorleiterin Barbara Krämer nutzt einen imaginären Bogen, um beim Dirigieren Spannung zu erzeugen – wie die umgedichteten Lieder ankommen würden. Während sie sich nun schon ‚wie Bolle‘ auf den Termin freuten, musste sowohl die eine als auch eine andere Sängerin schweren Herzens absagen.

‚Die eine‘ Sängerin fuhr nämlich gen Westen, wo der wilde Atlantik toste. Zwar genoss sie dort den Campingurlaub am Meer, je näher aber der Termin rückte, desto mehr wuchs auch ihre Sehnsucht, doch noch bei den ‚Vocal Voices‘ sein zu können. Da erreichte sie Nachricht aus der Heimat: Oh weh, die Chorleiterin war erkrankt. Und so wurde der Workshop, versehen mit vielen guten Genesungswünschen, erneut verschoben.

Die ‚Vocal Voices‘ waren in den vergangenen zwei Jahren starken Einschränkungen ausgesetzt und die Sängerinnen hatten jetzt alle Energie für den Juni 2022 gebündelt. Zu Pfingsten gab es dann endlich den ersten Auftritt seit zweieinhalb Jahren. War das ein Fest. Drei Wochen später waren dann eigentlich der Workshop und das Sommerfest geplant – eigentlich.

Der Abend des Sommerfestes rückte näher. Und so begaben sich dann an diesem Abend nur einige wenige Sängerinnen mutig zum Sommerfest der Passion. Denn sie hätten es sehr, sehr schade gefunden, wenn die schönen, neu gedichteten Lieder in der Schublade verschwunden wären. Tapfer brachten sie also in der kleinen Formation das Eingeübte dar. Dafür wurden sie vom Publikum vor Ort und später auch virtuell von den anderen Sängerinnen frenetisch gefeiert.

An der Atlantikküste hatte am nächsten Abend der Mann gekocht – es gab leckere französische Galette mit Schinken, Käse und Ei, dazu Wein – die Sängerin übernahm daher den Abwasch. Und als sie dann so ganz alleine im Waschhaus stand und die Sehnsucht nach ihrem Chor besonders groß wurde, stimmte sie den ‚Abendsegen an und ‚Die Gedanken sind frei‘. Und plötzlich fühlte sie sich, über die große Entfernung von knapp 1000 Kilometern hinweg, innigst mit den anderen Chorsängerinnen verbunden.

… und wenn sie alle genesen sind… sehen sich Chorleiterin und alle Sängerinnen, hoffentlich gesund und gutgelaunt, zur nächsten Probe wieder.

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