Beim Doppelworkshop der Chorgruppe Süd im Chorverband Westerwald drehten sich die beiden Workshops um Gospel und Volxsong. Viele Teilnehmende nutzten die Gelegenheit, moderne Chorliteratur kennenzulernen und auszuprobieren.
Die zwei Themen machten neugierig: Mit ihrem Workshoptag im Landesmusikgymnasium Montabaur hatte die Chorgruppe Süd viele Singende erreicht. Zahlreiche Interessierte nutzten die Gelegenheit, zwei moderne und zunehmend beliebte Stilrichtungen in der Chormusik kennenzulernen und praktisch auszuprobieren.
Viele Chöre öffnen sich zunehmend der populären Chorliteratur. Gefragt sind Stücke, die den Singenden Freude bereiten und zugleich beim Publikum ankommen. Genau hier setzte das Workshop-Angebot der Chorgruppe Süd an. Es bot musikalische Impulse und die Möglichkeit, unterschiedliche Ausdrucksformen moderner Chormusik unmittelbar zu erleben.
Im Mittelpunkt standen Gospel und Volxsong, die in zwei parallel stattfindenden Workshops vorgestellt und gemeinsam erarbeitet wurden. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke in Stilistik, Klang, Interpretation und konnten das Erlernte direkt im gemischten Studiochor praktisch umsetzen.
Der Workshop Gospel wurde von der studierten Musikpädagogin Nanni Byl aus Mainz geleitet. Sie vermittelte den Teilnehmenden die musikalischen und rhythmischen Merkmale dieser Stilrichtung. Gospel ist durch Emotionen in Ausdruck und Stimme geprägt und hat seine Wurzeln in der afroamerikanischen Musik. Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Stilrichtung unter anderem aus dem Spiritual sowie aus Elementen von Blues und Jazz.
Mit dem Bereich Volxsong, bewusst mit „x“ geschrieben, beschäftigte sich der erfahrene Chorleiter Axel Pfeiffer. Der Begriff bezeichnet zeitgenössische Arrangements von Volksliedern und -songs, bei denen traditionelle Melodien in neue Klangformen übertragen werden. Pfeiffer brachte dabei auch seine Erfahrungen als Leiter des Landesjugendchors Hessen ein.
Gerade diese modernen Bearbeitungen bieten nach Ansicht der Organisatoren Potenzial: Bekannte Volkslieder erscheinen in einem neuen musikalischen Gewand und können so auch jüngere Generationen ansprechen. Gleichzeitig erhalten die traditionellen Melodien eine zeitgemäße Klangsprache.
Das Angebot richtete sich nicht nur an Singende, sondern ebenso an Chorleitungen und musikalisch Verantwortliche in den Westerwälder Chören. Für sie bot der Workshop Anregungen, die sich auf die eigene Chorarbeit übertragen lassen.
Das große Interesse bestätigte die Verantwortlichen der Chorgruppe Süd in ihrer Auswahl der beiden Stilrichtungen. „Die Zukunft der Chormusik wird maßgeblich von der Begeisterung bei den Aktiven und dem Erreichen der Zuhörerschaft geprägt“, ist sich der Vorstand sicher. Dass bereits während des Workshops spontan nach einer Wiederholung oder weiteren Angeboten gefragt wurde, werteten die Organisatoren als positive Rückmeldung für die beiden Dozierenden und das Konzept.
Für beste Rahmenbedingungen und Verpflegung sorgte der Gesangverein Mendelssohn Bartholdy, während das Landesmusikgymnasium die Räumlichkeiten zur Verfügung stellte. So bot der Workshoptag Gelegenheit für neue musikalische Erfahrungen und Impulse für die Chorarbeit im Westerwald.