Der Frauenchor des Quartettvereins Reinsfeld bei seiner Premiere. Foto Petra Winter-Bläsius

Emotionales Konzert in der Reinsfelder Pfarrkirche

Vier Chorensembles begeisterten am 11. Dezember die Zuhörer mit einem qualitativen, hochwertigen Konzert in Reinsfeld.

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Als der Quartettverein Reinsfeld endlich wieder proben durfte, war dies wegen der Abstandsgebote zunächst nur getrennt nach Männern und Frauen möglich. Aus dieser Zwangssituation entwickelte sich bei den Damen des gemischten Chors im Quartettverein Reinsfeld der Wunsch, auch einmal reine Frauenchorliteratur einzustudieren.

So waren die Frauen mit drei Liedern schon im Programm eingeplant, als man noch unter Beteiligung der Zuhörer ein ‚Mitsingkonzert‘ veranstalten wollte. Aufgrund der dann folgenden Verschärfung der Coronaregeln war dieser Plan schon bald Makulatur. „Die neuesten Verordnungen lassen aber ein reines Konzert zu“, meinte Vorsitzender Herbert Eiden bei seiner Begrüßung. Und so war der veranstaltende Quartettverein froh, dass sich die ‚Chorschatten‘ Reinsfeld spontan bereiterklärten, die Lücke zu schließen und das Konzert mitzugestalten.

Das Programm war ein bunter Mix aus geistlichen und weltlicher Literatur. Den Anfang machte der gemischte Chor mit dem afrikanischen Lied ‚Hambani Kahle‘ – Das Licht erleuchte die Nacht – sowie ‚Advent ist ein Leuchten‘ von Lorenz Maierhofer.

Danach hatte der Frauenchor mit drei extra einstudierten Liedern seinen Premierenauftritt. Der Song ‚In jeder Frau steckt ein Stück Hefe‘, von der Formation ‚Die Mütter‘, sorgte allseits für Schmunzeln. Traf er doch einerseits den wunden Punkt mancher Frau, nämlich die Sorge, im Laufe der Jahre ‚in die Breite zu wachsen‘. Andererseits war er auch Mahnung an die Herren der Schöpfung, vor und während der Weihnachtszeit nicht allzu sehr der Nascherei zu frönen.

Als nächste Formation folgte der Männerchor mit drei geistlichen und zwei weltlichen Liedern. Für Gänsehaut sorgte der von B.W. Dennard für Männerchor arrangierte Gospel ‚Steal away to Jesus‘. Besonders aber ragte das ‚Kyrie‘ des polnischen Komponisten Piotr Janczak heraus, weil gesanglich und rhythmisch äußerst anspruchsvoll.

Auf höchstem Niveau sang auch die a-Capella-Formation ‚Chorschatten‘. Neben drei Weihnachtsliedern in deutscher und schwedischer Sprache und mit amerikanischem Swing beeindruckte besonders das ‚Hallelujah‘ von Leonard Cohen im Arrangement von Jens Johansen. Am Ende ihres Parts präsentierten die Chorschatten ‚Music‘ von John Miles im Arrangement von Oliver Gies. Der anspruchsvolle Song war zu Ehren des erst kürzlich verstorbenen Komponisten zusätzlich ins Programm aufgenommen worden.

Die Zeitspanne des Wechsels zwischen den einzelnen Formationen wurde geschickt durch zwei besinnliche Vorträgen zur Frage überbrückt. Mit „Wann fängt Weihnachten an?“, fragte Rolf Krenzer sowie einer Unterhaltung von vier Kerzen auf dem Adventskranz namens ‚Friede, Glaube, Liebe und Hoffnung‘. Im Weiteren sorgte das Orgelspiel von Elmar Neufing für dezente Überleitungen.

Der gemischte Chor des Quartettvereins beendete die Darbietungen mit zwei weltlichen Liedern, davon eines auf Schwedisch sowie einem Weihnachtslied. Mit dem Dank an die Chorleiterin Andrea Stüber und dem gemeinsamen ‚O du fröhliche‘, begleitet von der Orgel und kräftiger Beteiligung der Zuhörer – soweit unter Maske möglich – endete ein beeindruckendes und sehr emotionales Konzert.

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