Unter dem Titel ‚Chor-Werkstatt‘ lud die Region I des Chorverbands Rheinland-Pfalz zu einem intensiven Workshop-Tag ins Landesmusikgymnasium nach Montabaur ein und gewann dafür drei profilierte Dozierende aus Berlin und Mannheim. Mit Tristan Meister für den Bereich Männerchor, Ernie Rhein für Frauenchor und Carsten Gerlitz für gemischte Besetzungen knüpfte die Region an frühere Formate an und führte ihre jährliche Tradition qualifizierter Fortbildungen für die heimischen Chöre fort. Die Ausschreibung stieß auf außergewöhnlich hohes Interesse, rund 150 Personen meldeten sich zunächst insgesamt an. Die dann 135 Teilnehmenden nahmen auch längere Anreisen – von bis zu 100 Kilometer – in Kauf.
Am Vormittag arbeiteten zwei Projektchöre, rund 45 Männer und 90 Frauen, mit Meister und Rhein. Beide Dozenten brachten eine breite Auswahl an Chorliteratur mit, die von moderner Lautmalerei über traditionelle Abendlieder bis hin zu arrangierten Popsongs reichte. Die Spannweite reichte bei den Männern von Werken wie A. M. Schonens ‚Waiting for Wellermann‘, H. Rechbergers ‚Das alte Schloss‘, M. Neumanns ‚Geheimnis‘ und J. Mörths ‚Into the Valley of Death‘ bis zu U. Henkhaus ‚Grad aus dem Wirtshaus‘.
Auch der Frauenchor mit Ernie Rhein bekam vielfältige Impulse, etwa mit M. Schmolls ‚Ade zur guten Nacht‘, K. Gimons ‚Air And Fire‘, A. Makors ‚Meditationes Sacrae‘ oder der von Tanzschritten begleiteten traditionellen Weise ‚Sesere Eeye‘.
Christian Meister ist ein im Westerwald und darüber hinaus bekannter Chorleiter und Chor-Dozent, der jetzt unter anderem an der Musikhochschule Mannheim lehrt. Ernie Rhein ist Chorleiter verschiedener erfolgreicher Chöre und Dozent an der Hochschule für Musik in Frankfurt. Beide zeigten mit ihrer Literaturauswahl auf beeindruckende Weise, die Möglichkeiten auf dem weiten Bogen zwischen der traditionellen und der modernen Chorliteratur.
Am Nachmittag kamen alle Teilnehmenden zu einem großen gemischten Projektchor zusammen. Carsten Gerlitz, in Berlin als Chorleiter, Arrangeur und Autor etabliert, vermittelte seine Herangehensweise an die Rock- und Pop-Arrangements. Mit seinen eigenen Chorarrangements von A. Humpes ‚So soll es bleiben‘, J. Colliers ‚Little Blue‘, dem von Pink bekannten Titel ‚A Million Dreams‘ sowie L. Bernsteins ‚Somewhere‘ zeigte Gerlitz, wie sich populäre Musik im Chor authentisch, leicht und stilsicher umsetzen lässt.
Raimund Schäfer, Vorsitzender der Region I im Chorverband Rheinland-Pfalz, der den Tag gemeinsam mit Regionalchorleiter Mario Siry vorbereitete, zeigte sich von der Resonanz und dem Engagement der Teilnehmenden beeindruckt. Er dankte den Dozenten für ihre konzentrierte und inspirierende Arbeit und zog ein positives Fazit: „Es war ein äußerst konstruktiver Workshop-Tag, der uns ermutigt, auf diesem Wege weiterzugehen.“ Sein Dank galt zudem dem gemischten Chor Freundschaft Elgendorf, der an diesem Tag helfend zu Seite stand, sowie dem Landesmusikgymnasium Montabaur, das die Probenräume zur Verfügung stellte. Last but not least auch dem Pächter der Schulmensa für das Catering.