Der Deutsche Chorverband lädt vom 1. bis 4. Oktober mit mehr als 150 Workshops, drei Masterclasses und 20 Konzerten Fachpublikum und Interessierte dazu ein, sich auf der chor.com in Leipzig mit Vokalmusik zu beschäftigen und neue Impulse zu erhalten. Bei einer Pressekonferenz am 11. Mai wurde das Programm vorgestellt. Im Mittelpunkt steht das Thema ‚Building Bridges – wie Chormusik neue Verbindungen schafft‘.
Christian Wulff, Bundespräsident a.D. und Präsident des Deutschen Chorverbands, betont die Rolle von Chören als verbindendes Element in der Gesellschaft. Gemeinsames Singen könne Menschen mit unterschiedlichen kulturellen und sozialen Hintergründen zusammenbringen und Gemeinschaft erfahrbar machen. „Eine besondere Stärke von Chören ist es, Brücken zu bauen, innerhalb eines Chores wie zu anderen Chören, während sich Gräben in der Gesellschaft eher vertiefen. Beim gemeinsamen Singen gelingt es, unterschiedliche Kulturen, sozial Hintergründe und Sichtweisen zu verbinden.“ Die chor.com sei eine Plattform für Austausch und Vernetzung und setze wichtige Impulse für die Chorszene und die Gesellschaft.
Der künstlerische Leiter der chor.com, Stephan Doormann, beschreibt das Thema ‚Building Bridges‘ als Einladung, gewohnte Umfelder zu verlassen und neue musikalische Begegnungen zuzulassen. In den Workshops treffen unterschiedliche Genres, Kulturen und Arbeitsweisen aufeinander. „Auch im Konzertprogramm wird diese Vielfalt sichtbar, etwa wenn instrumentale Tempelmusik aus Indien auf barocke Vokalmusik von Heinrich Schütz trifft oder Volkslieder aus dem Baltikum neu arrangiert werden.“ Ebenso stehen unterschiedliche Ensembles gemeinsam auf der Bühne, darunter Profichöre, Jugendchöre und Vocal-Pop-Gruppen.
Die sächsische Staatsministerin für Kultur und Tourismus, Barbara Klepsch, hebt hervor, dass die Veranstaltung Leipzig als Musikstandort stärkt. Sie verweist zudem auf das Engagement vieler sächsischer Chöre und sieht in der chor.com eine Chance für neue Vernetzung und Weiterentwicklung der Chorarbeit.
Leipzigs Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke betont die Bedeutung der chor.com für die Stadt. Die Veranstaltung unterstreiche Leipzigs Rolle als Musikstadt und stehe für Werte wie Austausch, Toleranz und bürgerschaftliches Engagement. Kultur werde in Leipzig als Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt verstanden. „Die chor.com stärkt Leipzig in seiner Rolle als Musikstadt und internationale Kulturmetropole. Deshalb freuen wir uns sehr, Gastgeberin dieses bedeutenden Treffens der Vokalmusikszene zu sein.“
Das Programm richtet sich an Chorleitende, musikpädagogische Fachkräfte, Chormanagement, weltlich und sakral Musizierende, komponierende und singende sowie weitere interessierte Personen. Neben Workshops und Masterclasses gibt es auch Reading Sessions für unterschiedliche Ensembles und Leistungsstufen. Dozierende sind bekannte Persönlichkeiten der Vokalmusikszene.
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Konzertprogramm, das die chor.com in die Stadt hinein öffnet. An drei Abenden finden 20 Konzerte in verschiedenen Leipziger Kirchen und Sälen statt. Dort treten nationale und internationale Ensembles auf, darunter Kammerchor Stuttgart, Thomanerchor Leipzig, SWR Vokalensemble, Vocalensemble Voces8, Latvian Voices, German Gents, Sjaella und weitere Gruppen aus dem In- und Ausland. Die Programme verbinden unterschiedliche Epochen und Stile.
Im Forum in der Kongresshalle am Zoo Leipzig präsentieren rund 60 Aussteller aus Bereichen wie Verlage, Labels, Hochschulen und Verbände ihre Arbeit. Ergänzt wird das Angebot durch Gespräche mit Fachleuten und offene Präsentationen bei freiem Eintritt.
Das vollständige Programm sowie Informationen zur Anmeldung sind über die Website der https://chor.com abrufbar. Tickets für die Konzerte sind über den Vorverkauf und verschiedene Verkaufsstellen erhältlich.