Der Männerchor Koblenz-Horchheim mit Chorleiter Wassily Kotykov. Foto: L. Stein

Ein Konzert, das unter die Haut ging

Der Männerchor Koblenz-Horchheim und das bonnFUOCOtrio gaben am 19. November ein gemeinsames Konzert in der Horchheimer Pfarrkirche St. Maximin.

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Mit kraftvollen Stimmen und dem ‚Festgesang‘ von Christian Siegler eröffnete der Männerchor Koblenz-Horchheim sein diesjähriges Konzert in der Pfarrkirche St. Maximin. Gleich zu Beginn zeigte der Chor damit seine beeindruckende Intonations- und Modulationsbreite, der er über den gesamten Abend hinweg sicher präsentierte. Der anschließende ‚Gefangenenchor‘, aus Beethovens Oper ‚Fidelio‘, erfreute nicht nur mit der präzisen Wiedergabe der Intonationswechsel und den häufigen stimmlichen Alleingängen, sondern zeigte dem zahlreich erschienenen Publikum auch die erweiterte Leistungsgrenze des Männerchors, die für den weiteren Abend bestimmend blieb.

Im zweiten Themenbereich präsentierte der Männerchor geistliche Gesänge mit den wunderbaren Harmonien in Felix Mendelssohns ‚Beati mortui‘, die der Chor wohltuend zum Klingen brachte, von Hans Georg Nägelis ‚Motette‘ angenehm sekundiert.

Im nachfolgenden Teil verdeutlichte der Männerchor bei Adolf Kempkens ‚Das ist die Nacht‘ und Georg Nellius‘ ‚Mein Dorf‘ die den Stücken innewohnende Ruhe. Den vierten Teil seines Konzertauftritts ließ der Männerchor mit Ernst Golds sehnsuchtsvollem ‚Exodus‘ und Jerome Kerns ‚Ol‘ Man River‘, beide arrangiert von Eddy Rhein, ausklingen,

In den Solopartien überzeugte das aus Chorsängern gebildete Quartett mit Martin Jung, der auch das Solo im Gefangenenchor sang, mit Andreas Höhler, Soli im Gefangenenchor, in ‚Exodus‘ und ‚Ol‘ man River‘, sowie mit Thomas Krekler und Hajo Ruoff. Sie sangen American Pop Songs, darunter John Dowlands ‚Fine Knacks For Ladies‘ und Billy Joels ‚For The Longest Time‘.

Ein brillanter Höhepunkt des Abends war das virtuose Spiel des Instrumentalensembles ‚bonnFUOCOtrio‘ mit Anna Bülles auf der Flöte, Natalia Kazakova auf dem Violoncello und Maria Streltsova, die am Klavier auch den Chor begleitete. In zwei Sätzen aus Carl Maria von Webers ‚Trio für Flöte, Violoncello und Klavier‘ wechselten die Drei von verhaltener ‚Schäfers Klage‘ zum spritzigen ‚Scherzo‘ und ließen in Yuriy Shchurovskyis ‚Romance‘ und ‚Tanz‘ sowohl das Schwermütige als auch die tänzerische Leichtigkeit anklingen – beide Stimmungen sind ganz offensichtlich auch in der ukrainischen Musik zu Hause. In seinem dritten Block wechselte das Trio dann von Gabriel Faurés getragener ‚Sicilienne‘ über eine wechselvolle ‚Humoresque‘ aus Antonín Dvoráks gleichnamigem Klavierzyklus, hin zu Johannes Brahms fünftem der ‚Ungarischen Tänze‘, mit dem das bonnFUOCOtrio seinen Teil des Konzerts furios ausklingen ließ.

Mit dem gemeinsamen Singen des anspruchsvollen ‚California Dreamin‘ belohnten die Sänger ihr Publikum, das seinerseits das großartige Konzert mit lange anhaltendem Applaus honorierte. So fand der Abend unter der bewährten Moderation von Jopa Schmidt seinen grandiosen Abschluss. Die hohe Qualität hat der Chor seinem Chorleiter Wassily Kotykov zu verdanken, der die Sänger über die Jahre hinweg motiviert, geduldig geformt und sie nun souverän durch das Konzert geführt hat.

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