Zwangsläufig diszipliniert

Karl Wolff für eine weitere Amtszeit als Präsident des Chorverbands Rheinland-Pfalz bestätigt. Mario Siry aus dem Präsidium verabschiedet.

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Karl Wolff wurde auf dem diesjährigen Verbandstag, der am 27. März erstmals vollständig virtuell und digital durchgeführt wurde, für eine weitere Amtszeit als Präsident des Chorverbands Rheinland-Pfalz bestätigt. Nach über 15 Jahren Arbeit im Präsidium verabschiedeten die Delegierten Mario Siry.

Der Verbandstag des Chorverbands Rheinland-Pfalz wurde erstmals vollständig virtuell und digital durchgeführt. Als Plattform für den regen Austausch der 75 Teilnehmer diente das Videokonferenzsystem Zoom; alle Abstimmungen, so auch die Neuwahl des geschäftsführenden und erweiterten Präsidiums, erfolgten über die Onlineplattform ‚digitalwahl.org‘. Und weil die Diskussionen in dieser besonderen Form des Verbandstags lediglich über Mikrofonfreigabe erfolgte, erschien diese Tagung besonders diszipliniert, konzentriert und konstruktiv. Frei von gelegentlichen Zwischenrufen oder störenden Nebengeräuschen, in exzellenter Arbeitsatmosphäre.

Es mag an Berührungsängsten mit eben jenen digitalen Plattform liegen, vielleicht auch an etwas zu fragilem Vertrauen in die Zuverlässigkeit der entsprechenden Systeme oder an der nach einem Jahr der Pandemie zunehmenden Bedürfnis nach Begegnungen ‚in real life‘ – die vorbereitete Satzungsänderung, um auch nach der Pandemie die Möglichkeiten virtueller Zusammenkünfte rechtssicher zu ermöglichen, sorgte für den größten Diskussionsstoff.

In diesem Zusammenhang kam aus dem Plenum der Antrag, die mit diesem Verbandstag anstehenden personenbezogenen Wahlen des Präsidiums auf die nächstmögliche Präsenzveranstaltung zu verschieben. Lediglich die Rechnungsprüfer sollten ‚digital‘ gewählt werden können. Dieser Antrag war allerdings für die große Mehrheit der Delegierten nicht nachvollziehbar, was dann auch das Abstimmungsergebnis zu diesem Punkt widerspiegelte. Nach ausführlicher und sachlicher Debatte wurde schließlich die Änderung der Satzung in diesem und vier weiteren Punkten nahezu einstimmig beschlossen.

„Am 20. April werden wir uns mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer treffen, unter anderem wird dort das Kulturfördergesetz thematisiert“, kündigte Karl Wolff, der am vergangenen Donnerstag bereits in seinem Amt als Vizepräsident des Landesmusikrates Rheinland-Pfalz bestätigt wurde, in seinem Rechenschaftsbericht an. Das Kulturfördergesetz war ebenfalls im letzten Teil der Tagung Gegenstand ausführlicher Diskussion. „Unsere Mitgliedschöre und die Kreis-Chorverbände müssen in einem intensiven Austausch einen Erkenntnisprozess gestalten, um die Frage zu beantworten: Was erwarten wir von einem Kulturfördergesetz?“, so Vizepräsident Tobias Hellmann, der damit die kulturpolitische Arbeit in das Zentrum der neuen Wahlperiode rückte. Er forderte bei aller empfundenen oder vorhandenen mangelnden Wertschätzung der Amateurmusik, wie sie insbesondere in der Corona-Zeit zu Tage getreten sei, einen zweckdienlichen Pragmatismus in dieser Arbeit, warnte vor einem verengten Kulturbegriff.

Bei den turnusgemäß stattfindenden Wahlen wurden Präsident Karl Wolff, Vizepräsidentin Bildung Christel Bieger, Vizepräsident Verwaltung Tobias Hellmann, Verbandsschatzmeister Franz-Jürgen Mörs und Medienreferent Dieter Meyer in ihren Ämtern bestätigt. Bettina Scholl und Marco Herbert standen für die vakante Position der Verbands-Chorleitung zur Wahl, die Marco Herbert mit 9 Stimmen Vorsprung für sich entschied. Seine ebenfalls neu gewählte Stellvertreterin ist Kristin Knautz-Scholl. Nach über 15 Jahren Präsidiumsarbeit hatte, bereits im Vorfeld des Verbandstages, Mario Siry als Vizepräsident Jugend im Chor seinen Rückzug angekündigt. Siry wurde im Rahmen der gegebenen Situation mit herzlichem Dank von Präsident Wolff verabschiedet. Seine Position wird durch die Chorjugend Rheinland-Pfalz neu besetzt.

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