Wege des Frauenchors Heiligenroth in Corona-Zeiten

Die freundschaftlich verbundene Gemeinschaft im Frauenchor Heiligenroth war schon immer die Basis für Leistung und gezeigte Erfolge.

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„Einzeln ist jede eine Note – gemeinsam sind wir ein Lied“, lautet der Leitgedanke des Frauenchors Heiligenroth. Dieser allein dokumentiert schon, dass es bei diesem Chor nicht nur ums Singen geht, sondern auch um die Zusammengehörigkeit, Gemeinsamkeit und Freundschaft.

Nun kann man dieses Motto in ’normalen‘ Zeiten problemlos kund tun, der Alltag zeigt ja kaum Prüfsteine auf. Wie aber ist es in Zeiten der Pandemie, wie beeinflusst die Coronasituation das Singen im Chor? Dann was sich vor gut einem Jahr zunächst zögerlich ankündigte, wurde sehr schnell bittere Realität: die gewohnten Proben waren so nicht mehr durchführbar. Schnell hatten aber das Leitungsteam und der Chorleiter Alternativen erarbeitet, die sich strikt an den Hygienevorschriften orientierten: Begrenzung der Anzahl der Probenden, geänderte Sitzanordnung mit großem Abstand, Hygienemaßnahmen bei Betreten des Probelokals und anderes.

Die Frauen des Chores hatten damit eines erreicht: sie konnten singen und sich wöchentlich sehen. Nach einigen Registerproben stellte der Chorleiter drei kleine Chöre zusammen, damit sich der gewohnte Chorklang wieder einstellen konnte. Von vielen Chören wurde das Singen mit großem Abstand der Singenden zueinander als ungewohnt und unbefriedigend bezeichnet und daher teils wieder aufgegeben. Der Chorleiter des Frauenchors Heiligenroth kommentierte die Situation jedoch als Chance, sich auf die eigene Stimme zu konzentrieren, ohne sich an die Nachbarin oder Stimmführerin anlehnen zu müssen. Schon nach kurzer Zeit stimmten die Sängerinnen dieser Einschätzung zu. Große Anpassungsprobleme gab es ohnehin nicht, denn auch in der Vergangenheit wurden die Sitzordnungen in den Proben sehr oft variiert, was zur Stimmsicherheit beiträgt. Ende 2020 kam dann die Hiobsbotschaft: alle Aktivitäten unterfielen dem Lockdown und eine Wiederaufnahme der Chorarbeit stand damit in den Sternen.

Erste Überlegungen zur Einführung von Videoproben wurden bald verworfen. Denn die Sängerinnen im FC Heiligenroth kommen aus 13 Ortschaften mit unterschiedlicher, mehr oder weniger guter Internetversorgung. Der Grad der Unzufriedenheit, wegen zu erwartender technischer Störungen, hätte den Erfolg des Probens überlagert. Der weitere Probenbetrieb wurde daher über Whats-App-Videos realisiert. Neue Lieder hatte der Chorleiter für jede Stimme eingespielt und an die Sängerinnen versandt. So konnte weiter geprobt werden und über die persönliche Ansprache war auch ein gewisses Maß an ‚Nähe‘ gegeben.

Darüber hinaus galt es aber, die Gemeinschaft ‚Chor‘ zusammenzuhalten. Aus vorhandenen Tonaufnahmen wurden einzelne Stücke heraus- und mit bilduntermalten Texten zu einem Video zusammengeschnitten. Die Damen, die schon viele Jahre im Chor singen, hörten bewährte Chorwerke und konnten sich über die Bilder an Zeiten erinnern, als das Stück gesungen wurde, an die Konzerte oder Konzertreisen. Für die neuen Chorsängerinnen gab es damit eine Gelegenheit, sich in das Repertoire einzuarbeiten. Insgesamt 14 Videos gingen in der Zeit vom November 2020 bis Anfang Februar 2021 an die aktiven, aber auch an ehemalige Sängerinnen, die sich damit auch noch als Teil der Chorfamilie fühlten und dies auch positiv rückkoppelten.

Mit E-Mails, Whats-App-Nachrichten oder auch Briefen an die Choraktiven wurde immer wieder ein Sachstand vermittelt und zum Durchhalten ermuntert. Die Rückmeldungen der Sängerinnen bestätigten, dass man sich auch ohne die wöchentlichen Treffen weiter in der Gemeinschaft aufgehoben fühlte. Seit Jahresbeginn wird nun wieder die Probearbeit über Videos fortgesetzt, denn der Chor bereitet sich auf ein eigenes Konzert sowie auf die 2020 Corona bedingt ausgefallene Konzertreise nach Dresden im Jahre 2022 vor.

Bisher ist es gelungen, die schmerzhafte Zeit ohne Präsenzproben zu meistern und den Chor sowohl musikalisch als auch gesellschaftlich zusammenzuhalten. Vorstand und Chorleiter bedanken sich bei den Sängerinnen für die Unterstützung und das Durchhaltevermögen, das auch als ein Zeichen des Wohlfühlens im Chor gewertet wird.

Im Frauenchor Heiligenroth steht das Singen ohne Zweifel im Vordergrund. Aber auch die freundschaftlich verbundene Gemeinschaft, in der man gerne Mitglied ist, bildet die Basis für Leistung und gezeigte Erfolge. Denn, wie es schon das Chormotto aussagt: „Nur gemeinsam sind wir ein Lied.“

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