Die SILA Awards 2026 haben die Vielfalt des Engagements in der Chorlandschaft Rheinland-Pfalz sichtbar gemacht. Bei der Gala im Forum Polch wurden Chöre, Institutionen und eine Person für Projekte und Initiativen mit den Awards ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für die Chorkultur einsetzen. Im Mittelpunkt standen das Engagement, seine öffentliche Wirkung und die Impulse, die von der Arbeit für die Chorkultur im Land ausgehen.
Den ersten Jurypreis und damit den Titel ‚Chor des Jahres‘ erhielt die Sängervereinigung Saulheim mit ihren Kinder- und Jugendchören dieKehlchen. Der zweite Jurypreis ging an die Jungen Stimmen Gau-Algesheim, der dritte an den 1. Frankenthaler Männerchor 03. Den ‚Großen Preis des Publikums‘ erhielten die Voices Rödersheim.
In der Kategorie Institution wurde die IGS Pellenz in Plaidt ausgezeichnet. Einen Sonderpreis vergab die Jury in dieser Kategorie an das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz mit dem Chor Dementi. In der Kategorie Person ging der Preis an Marina Herrmann, die unter anderem die Jungen Stimmen Gau-Algesheim aufgebaut hat und künftig auch die chormusikalische Leitung der Kinder- und Jugendchöre dieKehlchen in Saulheim übernehmen wird.
Überzeugende Kinder- und Jugendchorarbeit
Die fünf Jurymitglieder überzeugte beim ersten Preisträger, der Sängervereinigung Saulheim, vor allem die Verbindung von musikalischer Bildung, Familienintegration und, insbesondere mit den Kinder- und Jugendchören dieKehlchen, nachhaltiger Nachwuchsentwicklung. Die Öffnung für unterschiedliche Altersgruppen und die kontinuierliche Weiterentwicklung machten das Konzept zu einem „beispielgebenden Modell moderner Chorarbeit“ verlas Präsident des Chorverbands Rheinland-Pfalz, Hans-Werner Breithausen.
Der zweite Jurypreisträger Die Jungen Stimmen Gau-Algesheim überzeugten die Jury mit ihrer Entwicklung, ihrer integrativen musikalischen Arbeit und ihrer Außenwirkung mit der Musicalaufführung ‚Rosalie‘. Sie sieht darin ein Beispiel für eine „moderne, offene und zugleich qualitativ anspruchsvolle Kinder- und Jugendchorarbeit“, durfte Hans-Willi Fell, Vorsitzender des Kreis-Chorverbands Mayen laudatieren.
Der dritte Jurypreis ging an den 1. Frankenthaler Männerchor 03. Mit seinem Neuanfang und seinem sozialen Engagement setzt der Chor nach Ansicht der Jury „ein starkes Zeichen für eine moderne und gesellschaftlich relevante Chorarbeit“, verlas Laudatorin Karla Kronenberger, Vorsitzende des Kreis-Chorverbands NordPfalz in ihrer Laudatio. Hervorgehoben wurde auch die Öffnung für neue chormusikalische Wege.
Publikumspreis für die Voices Rödersheim
Auch die Menschen im Land konnten mit dem Voting zum ‚Großen Preis des Publikums‘ entscheiden. Die Voices Rödersheim erhielten die Auszeichnung aus dem öffentlichen Voting. Insgesamt wurden 15.517 Stimmen abgegeben, von denen der Chor, mit einem deutlichen Abstand von 2.502 Stimmen und einem Anteil von 16,12 Prozent vor den 19 weiteren Nominierten 2026 den Publikumspreis gewann.
Zwei Preisträger in der Kategorie Institution
In der Kategorie Institution gab es mit einem Sonderpreis eine Besonderheit, wie der Juryvorsitzende Maximilian Rajczik anmerkte. In der Kategorie Institution ging der SILA Award 2026 an die IGS Pellenz in Plaidt. Die Jury würdigte die nachhaltige Struktur und die kontinuierliche Chorarbeit sowie die Beteiligung aller in unterschiedlichen Rollen. Das Konzept stehe damit „beispielhaft für gelebte kulturelle Bildung im schulischen Kontext und für die Kraft gemeinsamer künstlerischer Prozesse“.
Den Sonderpreis in dieser Kategorie erhielt das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz gemeinsam mit dem Chor Dementi. Die Jury hob die humanitäre Ausrichtung und die sensible Einbindung aller Beteiligten hervor. Das gemeinsame Singen mit Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen werde gezielt als Möglichkeit der Teilhabe und Erinnerung genutzt. Die Engagierten setzten damit „ein starkes Zeichen für eine inklusive und menschlich tief wirkende Chorarbeit“.
Preis für Marina Herrmann
Der Jurypreis in der Kategorie Person ging an Marina Herrmann. Sie hat unter anderem die Jungen Stimmen Gau-Algesheim aufgebaut und damit einen nachhaltigen Beitrag zur Kinder- und Jugendchorarbeit geleistet. Die Jury würdigte ihr „vielseitiges, kontinuierliches Wirken“ und ihre klare Haltung zur Bedeutung von Kinder- und Jugendchorarbeit. Ihr Engagement stehe beispielhaft für eine „engagierte, kreative und nachhaltig wirksame Chorentwicklung“. Es laudatierte das Team der Chorjugend im Chorverband Rheinland-Pfalz, Silvia Scholz und Stephanie Neumann, und übergab den Preis.
Herrmanns Arbeit wird künftig auch in Saulheim sichtbar. In Kürze übernimmt sie die Kinder- und Jugendchöre dieKehlchen und tritt damit die Nachfolge von Caroline Grefig an. Für Grefig war die Gala der letzte Auftritt mit den Kehlchen und zugleich sicherlich ein Höhepunkt ihrer Arbeit mit dem Chor. Dass sowohl dieKehlchen als auch Herrmann in unterschiedlichen Kategorien ausgezeichnet wurden, verweist auf ein Thema, das durch mehrere Preisträger des Abends deutlich wurde: die Bedeutung nachhaltiger Nachwuchsarbeit für die Zukunft der Chorkultur, die auch durch die verbandsübergreifende Organisation der Chorjugend in Rheinland-Pfalz unterstrichen wird.
Chorkultur zeigt gesellschaftliche Relevanz
Mit den SILA Awards 2026 wurden erneut unterschiedliche Wege zur Fortentwicklung der Chormusik in Rheinland-Pfalz gewürdigt. Sie reichen von der Kinder- und Jugendarbeit über neue Ansätze im Männerchor und kulturelle Bildung an Schulen bis hin zur Arbeit mit Menschen mit Demenz. Die Auszeichnungen machten damit die gesellschaftliche, soziale Relevanz chormusikalischer Arbeit sichtbar und wie unterschiedlich Engagement für Chorkultur aussehen kann.