Karl Wolff, der Präsident des Chorverbands Rheinland-Pfalz, richtet seinen Appell eine Neuwahl zu ermöglichen an die Versammlung. Foto: K. Geck

Kreis-Chorverband Ahrweiler auf schwierigem Weg

Neuwahlen sind vorerst gescheitert, jedoch wurde eine kommissarische Übergangslösung gefunden, ehrenamtlich Engagierte sind weiterhin gefragt.

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Am 11. Oktober fand im Sängerheim des MGV Bachem die außerordentliche Mitgliederversammlung des Kreis-Chorverbands Ahrweiler statt. Vorsitzender Günter Nerger begrüßte die Vertreter der angeschlossenen Chöre sowie den Präsidenten des Chorverbands Rheinland-Pfalz, Karl Wolff, mit dem Vorsitzenden der Region II und stellvertretenden Präsidenten Dietmar Weidenfeller. Der Abend stand im Zeichen einer entscheidenden Weichenstellung: der Wahl eines neuen Vorstands. Nerger dankte dem Vorsitzenden des Männerchors Bachem, Heinz-Rudi Dresen, für die erneute Bereitstellung und Vorbereitung der Räume im Sängerheim für diese wegweisende Sitzung.

Karl Wolff appellierte in seinem Grußwort eindringlich an die Anwesenden, die Arbeit des Verbands fortzusetzen. Er erinnerte daran, dass Rheinland-Pfalz noch immer das Bundesland mit den meisten aktiv Singenden in Deutschland sei – im Verhältnis zur Anzahl der rheinland-pfälzischen Bevölkerung. Karl Wolff konnte darüber hinaus berichten, dass die Chöre im Chorverband Rheinland-Pfalz in jüngerer Zeit viele neue Aktive hinzugewonnen haben. Günter Nerger nutzte die Gelegenheit, und gratulierte dem Ehrenpräsidenten des Chorverbands Rheinland-Pfalz im Namen des Kreis-Chorverbands Ahrweiler zum ‚Ehrenpreis Lebenswerk‘ des SILA Awards 2024. Er überreichte Wolff ein besonderes Weinpräsent von der Ahr.

Im weiteren Verlauf stellte Nerger die Beschlussfähigkeit der Versammlung fest und wies darauf hin, dass das Mandat des amtierenden Vorstands am 21. Oktober 2025 endet. Für die anstehende Wahl des Vorstands übernahm Dietmar Weidenfeller die Rolle des Wahlleiters, nach einstimmigem Votum der Versammlung. Auch Weidenfeller wandte sich mit einigen Worten an die Vereinsvertretungen. Er sprach vom ‚Prinzip Hoffnung‘, das ihn und Karl Wolff nach Bachem geführt habe. Er äußerte den Wunsch, dass sich ein neuer Vorstand finden möge, der die Arbeit des Kreis-Chorverbands Ahrweiler fortsetzt – in welcher Form auch immer. Als Beispiel für eine zeitgemäße und effiziente Verbandsarbeit in schlanken Strukturen verwies er auf den Kreis-Chorverband Mayen.

Als Wahlleiter stellte Weidenfeller schließlich die entscheidende Frage an das Plenum, wer bereit sei, den Vorsitz zu übernehmen. Dies blieb allerdings ohne Ergebnis. Kein Mitglied wollte den Vorsitz oder ein anderes Amt im Vorstand des Kreis-Chorverbands Ahrweiler übernehmen und auch Vorschläge blieben aus. Daraufhin legte Weidenfeller sein Mandat als Wahlleiter wieder nieder.

Geschäftsführer Otto Lembke informierte daraufhin über die Konsequenzen: Nach Ablauf des Mandats der Vorstandsmitglieder am 21. Oktober sei der Verband handlungsunfähig, das Amtsgericht müsse in diesem Fall einen Notvorstand einsetzen. Gemeinsam mit Günter Nerger erklärte er sich jedoch bereit, kommissarisch für ein weiteres halbes Jahr im Amt zu bleiben – mit dem Ziel, ehrenamtlich Engagierte für die Vorstandsarbeit zu gewinnen. Sollte sich auch in dieser Zeit kein neuer Vorstand finden, werde eine ordentliche Jahreshauptversammlung einberufen, um den Kreis-Chorverband aufzulösen.

Nach Lembkes Erläuterungen übernahm Dietmar Weidenfeller erneut die Aufgabe des Wahlleiters. Die von ihm als ‚alternativlos‘ bezeichnete Zwischenlösung wurde von der Versammlung einstimmig, ohne Gegenstimmen oder Enthaltungen, angenommen.

Bevor die Versammlung zum Tagesordnungspunkt ‚Verschiedenes‘ überging, appellierte auch Präsident Karl Wolff nochmals an die Vertretungen der Chorvereine, innerhalb – aber auch außerhalb – ihrer Reihen nach möglichen Personen für den Vorstand des Kreis-Chorverbands zu suchen.

Im Anschluss daran schlug Günter Nerger im Namen des Gesamtvorstands vor, Otto Lembke für seine über dreißigjährige Vorstandsarbeit zum Ehrenmitglied des Kreis-Chorverbands Ahrweiler zu ernennen. Die Delegierten stimmten diesem Vorschlag einstimmig zu. Nerger überreichte daraufhin seinem Stellvertreter und Geschäftsführer die Ernennungsurkunde, mit der dieser in Anerkennung seines langjährigen Engagements um die Chorkultur zum Ehrenmitglied ernannt wurde.

Zum Abschluss kündigte Nerger noch an, dass das traditionsreiche Schulchöre-Singen, welches seit mehr als drei Jahrzehnten jährlich stattfindet, auch künftig fortgesetzt werden soll. Die ehemalige Lehrerin und Chorleiterin Christiane Krebsbach habe sich bereit erklärt, die Organisation zu übernehmen – unabhängig von der künftigen Struktur des Verbands. Sie würde allerdings mit dieser Aufgabe auch in einem künftigen Verbandsvorstand mitarbeiten.

Mit dem gemeinsam gesungenen ‚Du Land der Burgen‘ endete die Versammlung. Ein Lied, das an diesem Abend nicht nur musikalisch, sondern auch symbolisch erklang – als Ausdruck der Hoffnung, dass im Kreis-Chorverband Ahrweiler doch noch Bewegung in die Vorstandsarbeit mit ehrenamtlich Engagierten kommt, die nun noch dringender gesucht werden. Interessierte können sich an die nachstehend unter Kontaktdaten genannten Ansprechpersonen wenden.

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Bildurheber: Klaus Geck

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