Von links im Foto: Erwin Unger, Hans-Willi Fell, Robert Bechmann und Werner Weißenbrunn. Foto: K. Plewnia

Inklusion und Integration klingen gut

Kooperation des Kreis-Chorverbands Mayen und des Behindertenbeirats Andernach und Pellenz zur chormusikalischen Teilhabe in der Region.

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Vertreter des Behindertenbeirats der Stadt Andernach in der Verbandsgemeinde Pellenz und des Kreis-Chorverbands Mayen haben sich zu einem Austausch über inklusive und integrative Potenziale in Chorvereinen der Region getroffen. An dem Gespräch nahmen Robert Bechmann und Werner Weißenbrunn vom Behindertenbeirat sowie Erwin Unger und Hans-Willi Fell vom Kreis-Chorverband teil.

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie das gemeinsame Singen im Chor stärker für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und für die Integration geflüchteter Menschen genutzt werden kann. Dass das Chorsingen weit über das rein Musikalische hinausgehend positive Wirkungen hat, ist vielfach belegt – sei es durch das Erleben von Gemeinschaft, von kultureller Teilhabe und auch Teilgabe oder in der emotionalen und sozialen Stärkung der Choraktiven. Im Bundesvergleich hat gerade das Land Rheinland-Pfalz die meisten singenden Menschen, bezogen auf die Einwohnerzahl – dies ist auch ein Indiz dafür, welche gesamtgesellschaftliche Bedeutung Chorgemeinschaften haben.

Beide Seiten zeigten sich im Gespräch überzeugt davon, dass durch gezielte Anstrengungen inklusive Strukturen entstehen können, die das Singen in der Gemeinschaft für alle zugänglich machen. Beide Organisationen wollen künftig hierzu beratend begleiten.

Denn trotz der anerkannten positiven Effekte gestaltet sich die praktische Umsetzung inklusiver und integrativer Ansätze nicht immer einfach. Fehlende Barrierefreiheit, etwa bei Zugängen zu Bühnen, stellt für mobilitätseingeschränkte Personen häufig ein Hindernis dar. Die gezielte Ansprache, sowohl von Menschen mit Behinderung als auch von Personen aus anderen Kulturkreisen, um diese für das gemeinsame Singen im Chor vor Ort zu gewinnen, ist lohnenswert – es ist gelebte Inklusion und Integration.

Bei anderssprachigen Menschen geht es dabei weniger um den Erwerb oder die Verbesserung ihrer deutschen Sprachkenntnisse – das kann einer der positiven Nebeneffekte sein. Vielmehr ist es das Vermitteln von kulturellem Verständnis untereinander, von positivem Lebensgefühl sowie das sozial bereichernde Erleben von Gemeinschaft. Es gibt zahlreiche gute Beispiele, in denen die Integration von Menschen aus anderen Kulturen gelungen ist – auch chormusikalisch, das Repertoire bereichernd.

Inklusives Denken und Handeln in einer Chorgemeinschaft kann vieles möglich machen, davon waren auch die Vertreter beider Organisationen im Rahmen ihres Gespräches überzeugt. Der Kreis-Chorverband und der Behindertenbeirat von Andernach und Pellenz planen, die Fragen von Initiativen zur Inklusion und Integration im Bereich der Chormusik zu beantworten und beratend zur Seite zu stehen.

Interessierte Personen oder Chöre können sich an den Vorstandssprecher des Behindertenbeirats Robert Bechmann wenden, der unter der E-Mail-Adresse robertbechmann@gmx.de oder telefonisch unter 0176 64186686 erreichbar ist.

Bereits erfolgreiche Initiativen können dies an den Integrationsbeauftragten im Kreis-Chorverband Mayen, Erwin Unger, an erwin.unger@kcv-mayen.de berichten. Diese erfolgreichen Projekte sollen hier dokumentiert und als Best-Practice-Beispiele zugänglich gemacht werden.

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