Eine viertägige politische Informationsfahrt führte 50 Mitglieder des Projektchores Wallmerod nach Berlin. Möglich gemacht hatte die Reise die Bundestagsabgeordnete und Chormitglied Dr. Tanja Machalet. Sie hatte ein Programm zusammengestellt, das Einblicke in die Politik und die deutsche Zeitgeschichte bot.
Bereits auf der Hinfahrt stand ein Besuch der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar auf dem Programm. Bei einem Rundgang über das Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers erläuterten zwei Mitarbeitende der Gedenkstätte die historischen Hintergründe und die Verbrechen während der NS-Zeit. Der Besuch hinterließ bei den Teilnehmenden einen bleibenden Eindruck.
Begleitet wurde die Gruppe von einer Mitarbeiterin des Abgeordnetenbüros und einem Reiseleiter des Bundespresseamtes. Er informierte über die Sehenswürdigkeiten Berlins, die politischen Besonderheiten der Stadt und das Leben ihrer Bewohnerinnen und Bewohner. Seine Erläuterungen machten die Stadtrundfahrten und Besichtigungen zu informativen Einblicken in die Geschichte und Gegenwart der Hauptstadt.
Am zweiten Reisetag besuchte die Gruppe das Bundesministerium für Gesundheit und das Besucherzentrum des Bundesnachrichtendienstes. Beide Termine boten Einblicke in die Arbeit der Institutionen. Ergänzt wurde das Programm durch Stadtrundfahrten mit einem Schwerpunkt auf den politischen Einrichtungen und der Geschichte Berlins.
Der dritte Tag war ein Höhepunkt der Reise. Auf dem Programm standen der Besuch einer Plenarsitzung des Deutschen Bundestages, ein Informationsgespräch mit Dr. Tanja Machalet und die Besichtigung der Kuppel des Reichstagsgebäudes.
Für diesen Anlass hatte der Chor auch eine musikalische Überraschung vorbereitet. Zunächst schien ein Auftritt in der Kuppel aus Sicherheitsgründen nicht möglich zu sein. Durch den persönlichen Einsatz von Dr. Tanja Machalet erhielt die Gruppe schließlich doch die Zustimmung. So konnten die Chormitglieder drei Lieder singen, darunter auch die deutsche Nationalhymne.
Den spontanen Auftritt honorierten die weiteren Gäste in der Kuppel mit Applaus. Für den Projektchor war das gemeinsame Singen ein besonderer Moment und einer der Höhepunkte der Reise.
Anschließend besichtigte die Gruppe die parlamentshistorische Ausstellung im Deutschen Dom am Gendarmenmarkt. Die Führung vermittelte weitere Einblicke in die Entwicklung der deutschen Demokratie.
Am vierten Tag trat die Gruppe die Heimreise an. Zuvor besuchten die Teilnehmenden die Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam. Der Ort hat eine wechselvolle Geschichte: Während der NS-Zeit diente er als Haft- und Gerichtsort, später als Untersuchungsgefängnis der sowjetischen Geheimpolizei und schließlich als Haftanstalt der Staatssicherheit der DDR. Diese Führung zeigte, wie politische Unterdrückung und staatliche Willkür in verschiedenen Epochen das Leben vieler Menschen bestimmten.
Neben dem Informationsprogramm blieb auch Zeit für gemeinsame Erlebnisse und Gespräche. Sie stärkten den Zusammenhalt innerhalb des Chores.
Politische Bildung und Gemeinschaft im Einklang
Mit vielen neuen Eindrücken und Erinnerungen kehrte die Gruppe nach Wallmerod zurück. Die Reise vermittelte Einblicke in die politische Arbeit und die deutsche Geschichte. Zugleich bot sie Gelegenheit, die Gemeinschaft im Chor zu pflegen.
Die Teilnehmenden waren sich einig: Diese Reise wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben. Dazu trugen vor allem die Begegnungen mit der deutschen Geschichte und der außergewöhnliche Auftritt in der Kuppel des Reichstagsgebäudes bei.