22,4 Milliarden bewegt die Amateurmusik in Deutschland. Foto: Marcin / pixabay
22,4 Milliarden Euro bewegen die Amateurmusizierenden in Deutschland. Foto: Marcin / pixabay

Die Amateurmusik bewegt Milliarden

Erstmals erstellte Studie beziffert die jährlichen Ausgaben der Amateurmusik in Deutschland auf 22,4 Milliarden Euro.

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Ob Instrumente, Noten, Unterricht oder Reisen: Amateurmusizierende investieren viel Geld in ihr Hobby. Eine Studie zum Wirtschaftsfaktor Amateurmusik zeigt nun erstmals, in welchem Maße Chöre, Orchester, Ensembles und auch Privat- oder Einzelmusizierende die Wirtschaft stärken.

Wer in Deutschland in Chören, Orchestern und anderen Ensembles musiziert, stärkt nicht nur das kulturelle Leben, sondern auch die Wirtschaft. Eine neue Studie beziffert die jährlichen Ausgaben der Amateurmusik auf 22,4 Milliarden Euro. Wie groß die wirtschaftliche Bedeutung dieses Engagements ist, zeigt die Studie ‚Die wirtschaftliche Bedeutung von Amateurmusik in Deutschland‘. ZiviZ im Stifterverband hat die Studie im Auftrag des Bundesmusikverbands Chor und Orchester – BMCO – erstellt.

Für die Untersuchung wurden Daten von mehr als 3.000 Amateurmusizierenden, rund 900 Ensembles und 66 Amateurmusikverbänden aus dem Jahr 2025 ausgewertet. Bei Musizierenden ab 16 Jahren liegen die durchschnittlichen jährlichen Pro-Kopf-Ausgaben bei durchschnittlich1.516 Euro, bei Kindern und Jugendlichen bei 1.288 Euro. Damit übersteigen die Ausgaben der Amateurmusik den für 2023 ermittelten Umsatz der professionellen Musikwirtschaft von rund 17,4 Milliarden Euro.

Die Studie schließt eine Forschungslücke und liefert erstmals eine umfassende Schätzung der finanziellen Dimensionen der Amateurmusik in Deutschland. Ihre Aussagekraft ist allerdings begrenzt: Bestimmte Gruppen, darunter informelle Rock- und Popbands, Werkschöre und Spielmannszüge, wurden nur teilweise erfasst. Auch die Ausgaben der Bezirks- und Kreisverbände konnten mangels ausreichender Daten nicht berücksichtigt werden. Die tatsächliche wirtschaftliche Bedeutung könnte deshalb noch größer sein.

Gemeinsam musizieren, mehr ausgeben

Wer in einem Ensemble musiziert, gibt im Durchschnitt jährlich 1.529 Euro für das musikalische Engagement aus. Das sind rund 670 Euro mehr als bei Menschen, die ausschließlich privat musizieren.

Von den Ausgaben profitieren zahlreiche Branchen. Neben dem Handel mit Instrumenten und Noten sowie dem Musikunterricht gehören dazu Hotels und Gastronomiebetriebe, etwa wenn Ensembles Probenwochenenden veranstalten oder zu Auftritten reisen. Auch Konzertkleidung, Versicherungen, Technik und organisatorische Aufgaben verursachen Kosten.

Überwiegend privat finanziert

Die Amateurmusik trägt sich vor allem aus privaten Mitteln. Musizierende bezahlen Instrumente, Reisen und weitere Aktivitäten häufig selbst. Ensembles finanzieren sich hauptsächlich über Mitgliedsbeiträge, eigene Einnahmen und Spenden. Öffentliche Fördermittel decken hier lediglich elf Prozent ihrer Ausgaben.

Die Zahlen zeigen, wie stark die Amateurmusik vom finanziellen Einsatz ihrer Mitglieder und dem ehrenamtlichen Engagement lebt. Zugleich unterstreichen sie die Bedeutung öffentlicher Förderung: Sie unterstützt die Arbeit der Ensembles und trägt dazu bei, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.

Wirtschaftliche Impulse auch auf dem Land

Die wirtschaftliche Bedeutung der Amateurmusik beschränkt sich nicht auf größere Städte. Laut Studie besteht kein direkter Zusammenhang zwischen der Größe eines Ortes und der Höhe der musikalisch bedingten Ausgaben. Auch in kleinen Gemeinden schaffen Musizierende und ihre Ensembles Nachfrage, etwa bei lokalen Dienstleistern und im Gastgewerbe.

Die Studie ist als erste Bestandsaufnahme angelegt. Weitere Untersuchungen sollen die Datenbasis verbessern und wirtschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Wirkungen genauer erfassen. Schon jetzt wird deutlich: Amateurmusizierende sind nicht nur wichtige Träger des kulturellen Lebens. Sie setzen auch erhebliche wirtschaftliche Impulse – vor allem durch Menschen, die ihre Freizeit und ihr eigenes Geld in die Musik investieren.

Die komplette Studie ist unter https://login.yoursecurecloud.de/f/2b538cdb504d4b1f8685/ im pdf-Format nachzulesen Die wichtigsten Fakten hat der BMCO in einem pdf-Sheet unter https://bundesmusikverband.de/wp-content/uploads/2026/10/261009_Infoblatt_Wirtschaftsstudie_OCR.pdf zusammengefasst.

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