Die Amateurkultur braucht gesicherte Rahmenbedingungen. Foto: Shiva Mangold / im Bild: Chor Divertimento.
Die Amateurkultur braucht gesicherte Rahmenbedingungen. Foto: Shiva Mangold / im Bild: Chor Divertimento.

Landtagswahl 2026: Chorverband fordert verlässliche Förderung der Amateurkultur

Der Chorverband Rheinland-Pfalz hat den Parteien ein Forderungspapier zur Stärkung der Amateurmusik und des ehrenamtlichen Engagements im Kulturbereich übermittelt.

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Zentrales Anliegen in den vier Forderungspunkten des größten Amateurmusikverbands in Rheinland-Pfalz ist die Einführung eines Kulturfördergesetzes unter dem Leitgedanken „Weil Kultur Daseinsvorsorge ist“. Insbesondere die Amateurkultur brauche mehr Investitionen in kulturelle Bildung. Bei den Amateurchören insbesondere ausreichend Proben- und Auftrittsräume sowie eine langfristig gesicherte Infrastruktur, betonen die Vorstandsmitglieder des Chorverbandes.

Ein weiteres drängendes Problem sieht der Verband im zunehmenden Mangel an qualifizierten musikalischen Leitungen. Hier fehle es an staatlicher Anerkennung und struktureller Absicherung, bestehende Ausbildungsangebote reichten nicht aus. Daher fordert der Chorverband die Einrichtung einer Berufsfachschule für Musik nach dem Vorbild anderer Bundesländer. Als mögliche Partner bieten sich die Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz sowie das Peter-Cornelius-Konservatorium an.

Mit dem bundesweiten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab August 2026 steigt der Bedarf an hochwertigen Bildungs- und Freizeitangeboten deutlich. Gleichzeitig weist der Chorverband darauf hin, dass der verlängerte Aufenthalt von Kindern und Jugendlichen in der Betreuung nicht zulasten ihrer musikalischen Bildung gehen dürfe. Damit Chorsingen und musikalische Förderung ihre Wirkung langfristig entfalten können, müssten sie verbindlich in Bildungspläne und zeitliche Strukturen des Ganztags integriert werden. Chorvereine können hier einen wichtigen Beitrag leisten – insbesondere mir den ihnen eigenen Kompetenzen in der musikalischen Bildung, der Integration und sprachlichen Förderung, ebenso bei der Vermittlung sozialer Kompetenzen. Voraussetzung dafür sind verlässliche und strukturell abgesicherte Kooperationen mit Schulen sowie eine angemessene Vergütung externer Fachkräfte.

Um das ehrenamtliche Engagement im Kulturbereich nachhaltig zu stärken, fordert der Chorverband außerdem einen deutlichen Abbau bürokratischer Hürden. Dazu zählen ein einheitlicher, digitaler und erleichterter Zugang zu Förderverfahren, die Einführung von Festbetragsförderungen für kleine Projekte sowie deutlich vereinfachte Mikroförderprogramme.

Der Chorverband Rheinland-Pfalz erwartet von den Parteien klare kulturpolitische Entscheidungen, um die Amateurkultur im Land langfristig zu sichern und zu stärken. Er unterstützt in diesem Zusammenhang auch ausdrücklich die Forderungen des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz.

„Amateurchöre sind unverzichtbar für Kultur, Bildung und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Rheinland-Pfalz. Wir brauchen ein verbindliches Kulturfördergesetz, mehr Investitionen in musikalische Bildung und eine Entbürokratisierung des Ehrenamts – in der Ganztagsbetreuung muss die musikalische Bildung unserer Kinder garantiert sein.“ — Chorverband Rheinland-Pfalz

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