Das Deutsche Chorfest begeisterte zuletzt 2025 mit den Stimmen der Vielfalt in Nürnberg. Foto: Shiva Mangold
Das Deutsche Chorfest begeisterte zuletzt 2025 mit den ‚Stimmen der Vielfalt‘ in Nürnberg. Foto: Shiva Mangold

Deutsches Chorfest in Dortmund: Stadtrat muss entscheiden

Dortmund steht vor einer richtungsweisenden kulturpolitischen Entscheidung: Im Jahr 2029 soll die Stadt Gastgeberin des Deutschen Chorfests sein.

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Der Deutsche Chorverband hat Dortmund einstimmig als Austragungsort nominiert, nun liegt die Entscheidung beim Rat der Stadt, der am 26. März darüber abstimmen wird. Sollte der Beschluss positiv ausfallen, würde das Chorfest vom 10. bis 13. Mai 2029 stattfinden – mit tausenden Gästen, hunderten Chören und einem Musikprogramm, das die gesamte Stadt einbezieht. Dortmund 2029 könnte seine Rolle als führende Chor- und Musikstadt weiter ausbauen und sich national wie international präsentieren. Die Entscheidung am 26. März gilt daher als wegweisend – nicht nur für die Kulturszene, sondern für die gesamte Stadt.

Die Ausrichtung des Chorfests ist mit einem Gesamtbudget von 2,85 Millionen Euro kalkuliert. Rund 65 Prozent davon übernimmt der Deutsche Chorverband, 35 Prozent trägt das Land Nordrhein-Westfalen. Auf die Stadt Dortmund käme ein Eigenanteil von insgesamt 500.000 Euro, verteilt auf zwei Jahre, zu.

Eine mögliche Entlastung des städtischen Haushalts sieht die Verwaltung darin, das Klangvokal-Festival 2029 in reduzierter Form stattfinden zu lassen. Unter anderem soll das sonst übliche ‚Fest der Chöre‘ pausieren, wodurch etwa 100.000 Euro in die Finanzierung des Deutschen Chorfests fließen könnten.

Das Deutsche Chorfest zählt zu den größten Musikfestivals Deutschlands. Nach Angaben von Stadtdirektor und Kulturdezernent Jörg Stüdemann werden 15.000 bis 20.000 Menschen erwartet, darunter rund 12.000 aktiv Singende in 400 bis 500 Chören. Diese sollen in Dortmund bis zu 600 Konzerte geben – verteilt über Kirchen, Konzertsäle und viele weitere geeignete Orte im gesamten Stadtgebiet.

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf außergewöhnlichen Spielstätten: Auch die Leuchttürme der Industriekultur wie die Kokerei Hansa, die Zeche Zollern oder das Dortmunder U sollen bespielt werden. Ziel ist es, neue Publikumsschichten anzusprechen und Menschen von außerhalb für die besonderen Orte der Stadt zu begeistern.

Die Nominierung Dortmunds kommt nicht von ungefähr. Die Stadt gilt nach eigenen Angaben bereits heute als eines der wichtigsten Zentren der Chormusik in Deutschland. Mit dem Sitz des Chorverbands NRW, des Vokalmusikzentrums NRW, der Sängerjugend NRW sowie der Chorakademie am Konzerthaus Dortmund – der größten Singschule Europas – verfügt Dortmund über eine bundesweit einzigartige Infrastruktur. Hinzu kommen das international renommierte Klangvokal-Festival und eine lebendige Szene mit rund 300 Chören.

„Wir haben hier in Dortmund eine sehr vitale Kulturszene und eine besonders vitale Chormusikszene“, betont Stüdemann. Gerade im Bereich der Kinder- und Jugendchöre nehme Dortmund eine führende Rolle in Europa ein.

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