Sie präsentierten am 17. März gemeinsam die Kampagne in Mainz (v.l.n.r.): Felix Desch von der Agentur Colima
Sie präsentierten am 17. März gemeinsam die Kampagne in Mainz (v.l.n.r.): Felix Desch von der Agentur Colima, Landesmusikrats-Geschäftsführer Etienne Emard, Kulturministerin Katharina Binz und Landesmusikrats-Präsident Peter Stieber. Foto: S. F. Sämmer / Landesmusikrat RLP

Eine landesweite Imagekampagne für die Amateurmusik

Am 17. März startete der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz eine spartenübergreifende Imagekampagne für die Amateurmusik im Land.

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Die Kampagne ‚Musik vereint‘ wurde entwickelt, um der zweitgrößten zivilgesellschaftlichen Bewegung im Land nach dem Sport – nämlich der Musik – neue Entwicklungspotentiale zu eröffnen. Das Kernstück der Kampagne – die Homepage unter https://musik-vereint.de – soll erstmals einen spartenübergreifenden Überblick über die Amateurmusikszene des Landes ermöglichen.

„Die Amateurmusikvereinigungen sind wichtige Kulturträger des Landes. Die Kampagne ‚Musik vereint‘ soll die Bedeutung der Amateurmusik für unsere Gesellschaft wieder verstärkt ins Bewusstsein rufen und Lust aufs eigene Musizieren machen. Deshalb fördert das Kulturministerium diese Kampagne mit 80.000 Euro. Durch das Vereinsförderprogramm des Landes hat das Ministerium zudem 24 Musikvereine und Chöre mit insgesamt 17.500 Euro unterstützt, um Werbemittel der Kampagne anschaffen zu können und sie somit in die Breite zu tragen. Ich bin dem Landesmusikrat und seinen Mitgliedsverbänden dankbar dafür, dass sie diese wichtige Kampagne auf den Weg bringen, von der wir uns alle miteinander nach krisenbehafteten Jahren Aufwind für die Amateurmusik versprechen“, sagte Kulturministerin Katharina Binz bei der Vorstellung der Kampagne. Der Landesmusikrat und die Kulturministerin gehen von rund einer halben Million Musizierenden in rheinland-pfälzischen Chören und Orchestern aus. Musikschulen sind nach Darstellung ihres Landesverbands „ohne großen Substanzverlust“ aus der Corona-Krise hervorgegangen. Sie haben aber an mehreren Stellen zu kämpfen.

Bei den Chören ist „das Bild uneinheitlich“, sagte Tobias Hellmann, Geschäftsführer des Chorverbands Rheinland-Pfalz gegenüber der dpa. Und weiter: Zwar gebe es mit 895 Chorvereinen im laufenden Jahr 30 weniger als noch im Pandemiejahr 2022, die Zahl der aktiv Singenden sei aber recht stabil. Im Chorverband Rheinland-Pfalz sind die Chöre von Worms ab nördlich zusammengeschlossen. Rund 27.000 Aktive gehören aktuell zum Verband. „Dies sind nur fünf bis sechs Prozent weniger als 2022. Einige Aktive hätten den Chor gewechselt“, so Hellmann. „Konzerte und Auftritte nehmen wieder sehr stark Fahrt auf.“ Beim Publikum sei es jedoch unterschiedlich: Einige Säle platzten aus allen Nähten, andere blieben weitestgehend leer. Seinem Eindruck zufolge sei dies meist bei Auftritten von Chören der Fall, „die nach der Pandemie dasselbe machen wie vorher“. Bei anderen hätten etwa mit den Online-Proben während der Corona-Zeit Kreativität und Zusammenhalt einen deutlichen Schub erhalten. Sie hätten ganz andere Konzertformate mit neuer Licht-, Tontechnik und Bildprojektionen entwickelt. „Sie stehen nicht nur stocksteif vor dem Publikum, sondern nutzen verschiedene Orte im Saal“, berichtete Hellmann an die dpa weiter. Und: Die Proben- und Auftrittsverbote hätte nicht nur wie ein Turbo bei der Kreativität gewirkt. Die Chöre seien auch einen Schritt zurückgetreten, hätten sich überlegt, was sie eigentlich wollten und was ihnen das Singen und die Auftritte gäben.

„Mit der Imagekampagne ‚Musik vereint‘ soll das aktive Musizieren der Menschen in Rheinland-Pfalz befördert werden. Bei den Musizierenden im Land, aus allen Sparten und Genres, soll die Kampagne das Gemeinschaftsgefühl und das Bewusstsein stärken, dass sie alle die Musik des Landes sind. Die Kampagne wird neue Aufmerksamkeit für die Amateurmusik generieren und vereint die Musik im Land. Dies geschieht durch die Nutzung eines gemeinsamen Dachlogos, das mit individuellen Logos der Vereine und Ensembles kombiniert werden kann. Dazu kommen landesweite Plakataktionen, eine Social-Media-Kampagne und eine Website, die die Vielfalt der Amateurmusik in Rheinland-Pfalz präsentieren“, fasst Peter Stieber, Präsident des Landesmusikrats Rheinland-Pfalz das Kampagnenziel zusammen.

Über die Website https://musik-vereint.de können Amateurmusikvereinigungen wie Chöre, Blas- und Zupforchester, Kammerchöre und -orchester, Bands, Akkordeonorchester, Jazzensembles und viele mehr ihr Angebot vorstellen und Veranstaltungen einpflegen. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich über Konzerte in ihrer Nähe sowie über die Möglichkeit des aktiven Musizierens zu informieren.

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